Anregungen für Geschenke rund um Schwangerschaft und Geburt

Falls in Eurem Bekannten-, Verwandten- und Freundeskreis ein Kind oder mehrere unterwegs sind, wollt Ihr bestimmt etwas schenken. Ich habe selbst rund um Schwangerschaft und Geburt viel verschenkt und geschenkt bekommen, und auf dieser Erfahrung basieren die folgenden, sehr persönlichen Anregungen.

1. Literatur

ich wollte lernen und verstehen, was ein Kind im Innersten zusammenhält (abgesehen von Liebe. Liebe. Liebe. Und Liebe. Sowie Liebe!). Mir aus Zeitschriften, Blogs oder youtube Wissen herauszufiltern, empfand ich als mühsam und oft nicht zufriedenstellend – weil entweder Fragen offen blieben, oder ich nicht das Gefühl los wurde, dass es um den Verkauf von Produkten ging, nicht um sachliche Information und Ermutigung.

Außerdem läuft man Gefahr, sich in den – zu Alarmismus und Hysterie neigenden – Kommentarfunktionen von gutefrage.net oder youtube zu verirren. Braucht kein Mensch. Ein schwangerer Mensch erst recht nicht.

Erstklassige Bücher oder Hörbücher haben mir am meisten gegeben. Ich konnte gezielt nachschlagen oder schmökern, Fragen nicht nur anreißen, sondern profund klären. Und das hat mir gut getan.

Diese beiden Bücher haben mir viel Ruhe und Gelassenheit gegeben:

„Babyjahre“ von Remo H. Largo: HIER

„Die Hebammensprechstunde“ von Ingeborg Stadelmann: HIER

Und dieses Buch hat mich entspannt, weil es die Vielfalt auf diesem Planeten widerspiegelt: HIER

Alle drei Autor*innen unterstreichen die Einzigartigkeit von Persönlichkeit, die von Lebensbeginn an da ist und die nicht verformt werden muss, sondern gesehen, gefördert und genossen werden darf. Das bringt auch auf den Punkt, worin ich meine Aufgabe als Mutter sehe, und empfand ich wie als meine persönliche Südkurve.

 

2. Dinge

Der Nestbautrieb, der bei allen werdenden Eltern unweigerlich einsetzt, wird von Ikea und Co in unternehmensförderliche Bahnen gelenkt. Hier ein Himmelbett, da ein farblich passender Schnuller, hier eine super cute Lampe. Alles schön! So lang es werdende Eltern und ihr Umfeld nicht stresst. Aber sobald es stresst (weil man nicht das Geld hat oder weil man das Gefühl bekommt, dass die Wahl der besten, allerbesten Wickelauflage über Wohl und Wehe des Kindes entscheidet): Weg damit. Einfach loslassen den Gedanken. Konsumstress taugt nicht, bringt nichts.

Die Dinge, die ich persönlich richtig nützlich fand, waren ganz unterschiedlich, und nur weil ich sie gut fand, müssen sie nicht anderen gefallen. Ich mochte ein gutes Tragetuch (meines ist gerade ausgeliehen und ich weiß nicht mehr, wer es hat. Wer von Euch hat es gerade? Ich würde es nämlich eigentlich gern weiter verleihen aus gegebenem Anlass :    ), und schöne Kleidung (wie zum Beispiel die Regenjacke von mamalicious (unter der auch das Kind im Tragetuch Platz hat, wodurch man ganz gemütlich kuschelnd selbst bei Regen spazieren kann), oder eine schlichte weiße Bluse.

Ich habe mich gefreut über Kinderkleidung, die nicht ständig Gender-Klischees bedient (und da wird man in Tschechien oder Frankreich viel besser fündig als in Deutschland, wo der Handel auf rosa und blau abgeht wie der Hund neulich auf die Katze.) Zum Glück gibt es Menschen wie Claire Buhl, die hochwertige Kinderkleidung nachhaltig und erschwinglich ermöglichen, auch bei schmalem Geldbeutel.

 

3. Menschen

Ich habe Menschen kennengelernt, die rund um Schwangerschaft und Geburt dramatisch(st)e Geschichten erzählt haben, und selten endeten dieses… nennen wir es Genre… mit etwas Positivem. Ich habe schnell gelernt, da innerlich wie abzuschalten. Your story, not mine.

Ich habe auch Menschen kennengelernt, die ruhig – und wie ganz einfach – das Richtige im richtigen Moment getan haben:


Zuhören, wenn ich mein Erzählen brauchte.
Erzählen, wenn ich Erfahrung brauchte.
Schweigen, wenn ich Stille brauchte.
Und Essen klein schneiden, wenn ich mit Baby auf dem Arm nicht dazu kam, das selbst zu tun! (Warum bekommt man eigentlich ein Kind, aber keinen zusätzlichen Arm? Wo ist die Evolution, wenn man sie mal braucht!)

Einmal hat eine Vegetariern für mich – wie selbstverständlich – ein nicht-vegetarisches Gericht klein geschnitten. Diese Geste war so selbstlos, aufmerksam und zugewandt, dass ich sie immer noch als liebevoll empfinde, wie wenn es gerade passiert wäre. Obwohl’s schon ein Jahrzehnt her ist. Und nur ein ganz kurzer Moment war. Aber der war für mich ganz groß.

Ich wünsche Dir, falls Dich Schwangerschaft und Geburt gerade beschäftigen, dass Du Menschen um Dich hast, die Dir Geborgenheit schenken und Dich begleiten. Und wünsche Dir ein Mensch zu sein, der andere begleitet und ihnen Geborgenheit schenkt. Denn das Leben ist ein Fest und wenn wir schon mal alle da sind, können wir’s doch feiern.

Viele Grüße aus dem Garten,

Maria

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