Zwei Lieder, in denen Himmel und Weite eine Rolle spielen

Nach einer Weile des Gehens, wenn die Gedanken Schritt um Schritt zur Ruhe kommen, ist da plötzlich: Der Himmel. Wo war der die ganze Zeit?

So lang Du ihn nicht wahrnimmst, ist er für Dich auch nicht. Kein Erlebnis, keine Wirklichkeit. Sondern nur eine theoretische Möglichkeit. Und da es so viele theoretische Möglichkeiten gibt, die Du gar nicht alle bedenken kannst – ich meine, wieviel anders Dein Leben und Erleben zu jeder Zeit sein könnte… – ist er nicht wirklich Teil Deines Lebens. Bis Du ihn siehst. Siehst Du ihn ab und zu?

Du kannst nicht viel dafür, dass Du entwöhnt bist vom Himmelgucken – das wird ja grundlegend gern durch den Blick auf die Uhr, auf die to-do-List ersetzt. Und wer’s doch wagt, geht als „Hans-guck’in-die-Luft“ sterbend in die Literaturgeschichte ein, wird Traumtänzer oder Luftikus genannt, you get it. Schad‘ eigentlich. Und das Kastl, in das Du auch jetzt gerade blickst? Ist so gut darin, Dir Erleben vorzuspielen und Dich von der Wirklichkeit abzuhalten.

Aber keine Angst. Dass wir meist in geringer Distanz zu den Dingen leben, eingeschossen und eingeschlossen, ist gar kein neues Phänomen. Karl May hat Winnetou (oder Old Shatterhand?) so beschrieben: „Er hatte den Blick eines Mannes, der die Weite gewohnt war.“ Wie so ein Außerirdischer mit besonderen Sinnen, der in der Zivilisation Kraft seiner Perspektive auffällt. Auf den ersten Blick.

Das Schöne am Himmel ist: Du kannst ihn Dir abgewöhnen. Also kannst Du ihn Dir auch angewöhnen. Hah! Kannst Du ihn gerade sehen, wenn Du mal aufblickst? Ja. Da ist er.

Am Dach der Welt

macht der Himmel auf.

Gib ma dei Hand, kumm,

mir gengan nauf

Hannes Ringlstetter

Oder ist er da nicht? Vielleicht sitzt Du gerade in der U-Bahn. Oder im Keller. Im Lock Down. Oder fest im Kummer. Dann ist das mit dem Himmel nicht so leicht. Wie gut, dass es die Kunst gibt. Sie ist wie so eine Brücke zum Himmel, über die Du jederzeit spazieren kannst. Sogar ohne zu spazieren. Einfach in Dir, und da beginnen ohnehin alle Deine Wege, deshalb gibst ma Dei Hand und mir gengan nauf:

Zwei Musikstücke von zwei Lieblingskünstlern habe ich für Euch ausgewählt, die Euch innere Weite schenken und Euch aufmuntern sollen. Einfach so.

Hannes Ringlstetter habe ich live gehört (allerdings ohne Regensburger Domspatzen). Wenn ich „Am Dach der Welt“ summe, dann höre ich in mir die urige Version von damals, und bin für diese Erinnerung zutiefst dankbar. Diese Version mit dem Chor der Regensburger Domspatzen rührt auch an:

Wie ist es denn jetzt mit dem Himmel in Dir, spürst ihn schon besser?

Denn dann ist da noch Jon Batiste: Ein Mensch, der wohl weise geboren wurde. Und so unfassbar talentiert, dass er einfach nicht anders kann als auf alle um ihn herum abzufärben und mitzunehmen, wer mitgenommen werden will. Singend, musizierend, tanzend, beschwingt. Irgendwann erlebe ich seine Musik live, ich tippe auf ein Konzert in Berlin.

So, jetzt ist er gebahnt, der Weg. Nur gehen musst ihn selbst, aber das ist ja ganz einfach. Der Himmel spannt sich über Stadt und Land und Wald und Flur und wartet hier und dort auf Dich. Und die Musik, ja die Musik, die nimmt auch Raum in Dir ein. Bis Du selbst summst. Und selbst bist wie ein Himmel, frei und weit und mächtig.

Falls Du Dich scheust, wegen fehlender Sangesqualitäten Deinerseits: Ja, es stimmt schon, viele können richtig gut singen, andere nicht so.

Diese anderen können dafür etwas anderes: Richtig gut schief singen nämlich. &: ) Also dann, gemma.

Hier geht’s zu den Musikern, deren Musik so viel bedeutet, ihren Alben und – diese Zeiten kommen wieder, das ist so sicher wie der Himmel selbst – ihren Konzertterminen:

Hannes Ringlstetter: HIER

Jon Batiste: HIER

Viele Grüße aus dem Garten,

Maria

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