Gartenarbeit im März

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März ist der Monat, in dem der Winter noch nicht weg ist und der Frühling noch nicht da. Der März ist noch zu kalt, um zu pflanzen, und immer wieder warm genug, um fürs neue Erwachen des Lebens alles vorzubereiten, und das zu genießen. Bist Du bereit? Jetzt kommen ein paar praktische Tipps, poetisch garniert.

Gartenarbeit im März

(Voraussetzung: kein Schnee, kein Regen, wenig oder kein Wind. Bei Schnee, Regen oder Wind springst Du zu Punkt 8 und fortfolgende)

1. Gepflasterte Flächen kehren

Wer ganz schnell das Gefühl haben will etwas Überflüssiges losgeworden zu sein, der schnappt sich einen Besen und kehrt die Wege, auf denen im Winter Split gestreut wurde. Das kommt – zack – in den Restmüll.

Hinter den Mülltonnen sammelt sich gern Laub, das kommt – zack – auch weg und alles sieht gleich so viel freundlicher aus. Ab jetzt trägt keiner mehr Split ins Haus und Du kommst langsam in Aufräumschwung.

Mein Besen ist aus der Bürstenmanufaktur Ernst in Regensburg. Schön breit, da schafft man mit einem Strich schon ordentlich was weg, und wenn einmal Borsten verloren gehen, lasse ich dort neue einsetzen. Sehr nachhaltig. Und ein wenig lustig, so mit Besen, Eis und Kindern in der Altstadt die Sonne zu genießen.

2. Laub entfernen

Der März ist der perfekte Monat, um altes Laub loszuwerden: Weil es nicht mehr ganz so kalt ist, kannst Du den Pflanzen ihren Schutz schon nehmen. Und Du kommst den Frühjahrsstürmen zuvor, die das Laub gern wild im Garten verteilen würden.

Prinzipiell funktioniert das Saubermachen im Garten genauso wie zum Beispiel in der Küche: Von oben nach unten. Altes Laub holst Du erst vom Dach und aus der Regenrinne, bevor Du es zusammen mit dem alten Rindenmulch von den Beeten nimmst. Nicht umgekehrt. Ain’t nobody got time for that.

Mein Laub ist von den Obstbäumen im Garten und vom Wald gegenüber. Viel, viel Laub, das ich in einer windgeschützten Ecke auf einen großen Haufen türme, in der Hoffnung, dass sich dort nützliche Helfer im Kampf gegen die Nacktschnecken ansiedeln werden. (Igel, Salamander, Glühwürmchen, hört ihr meine Einladung?)

3. Zurückschneiden und Teilen

Im März sollten Gräser geschnitten werden, teilen kannst Du sie jetzt auch. Ruhig viele kleine, die werden ganz schnell ganz prächtig wachsen. Geht genauso bei Funkien. Eben bei allem Teilbaren.

Hortensien kannst Du jetzt auch zurückschneiden. Von der Bauernhortensie nur das Verblühte und Zweige, die hohl sind. Von der Rispenhortensie alles bis ca. 10 cm über dem Boden. Bei mir landet das alles auf der Benjes-Hecke.

 

4. Nistkästen reinigen und anbringen

Habe ich schon im Februar gemacht. Wir haben in diesem Frühjahr weit mehr Vögel im Garten als letztes Jahr, weil ich nicht nur in einem freistehenden Vogelhäuschen Futter angeboten habe, sondern auch in verschiedenen anderen Varianten im Baum und Beet. Davon erzähle ich dann im Herbst mehr, pünktlich für den nächsten Winter. Für diese Heerscharen habe ich drei Nistkästen.

Ich wollte keinen Nistkasten aus dem Baumarkt und habe deshalb den Hausmeister unseres alten Kindergartens gebeten uns drei Kästen zu bauen. Wir haben die weltschönsten Kästen, sie waren nicht teuer und sie sind eine Erinnerung an eine gute Zeit mit netten Menschen. Und welcher Ursprungsort könnte passender sein für einen Nistkasten als ein Kindergarten? Genauso kannst Du auch bei der Diakonie oder Caritas nachfragen, oft gibt es dort geschickte Menschen, die für wenig Geld gute Qualität liefern und gratis dazu, obwohl unbezahlbar, gibt es geteilte Freude an etwas Schönem

5. Unkraut jäten

Wer Giersch hat, kann jetzt schon anfangen ihm zuzusetzen. Ansonsten kannst Du Vogelmiere entfernen (und aufessen), erste Löwenzähne aus den Beeten ausstechen (und aufessen). Als nächstes kommt dann der Rasen dran. Wer im zeitigen Frühjahr sehr gründlich jätet und übers Jahr mulcht, kann im Sommer die Füße hochlegen.

Ich überlege allerdings noch, ob ich einfach alles vermosen lasse. Mit trittfestem Sternmoos und bodendeckendem Thymian… Noch nicht entschieden, Erfahrungen willkommen.

6. Kompost sieben und ausbringen

Fürs Sieben des Kompostes brauchst Du nur ein Wurfsieb, einen Spaten und Schwung. Ist der Kompost gesiebt, kannst Du ihn im Beet ausbringen. Jede Krume dieses schwarzen Goldes wird den Pflanzen in Deinem Garten undendlich gut tun. Du hast die perfekte Grundlage für Wachstum geschaffen. Den Rest übernehmen die Pflanzen selbst! Ich denke mir beim Umsorgen der Pflanzen oft sowas wie: „Bitte, für Dich“, oder „Schau mal, das tut Dir gut“. Solche Gedanken tun nicht nur den Pflanzen gut!

7. Pflasterfugen auskratzen/flammen

Weil ich im letzten Jahr so rigoros gründlich war, muss ich dieses Jahr nicht die Pflasterfugen bearbeiten. Kann nicht sagen, dass ich’s vermissen würde.

8. Gartenwerkzeug reparieren und ordnen

Gefühlt habe ich im Herbst gründlich aufgeräumt und war im Winter kein einziges Mal in unserer Gartenlaube. Da sie dennoch unordentlich ist, kann das nicht so ganz stimmen. Und offensichtlich habe ich auch noch kein dauerhaft funktionierendes System gefunden, mit dem ich meine Gartenwerkzeuge dazu bringe an einem und nur einem Ort zu bleiben. Irgendwas ist immer verschollen. Muss ich mich nochmal dran machen…

9. Noch etwas Saatgut bestellen

Ganz wunderbar ist der Überblick, den ich über das Saatgut habe. Mein eigenes und das engekaufte Saatgut sammle ich in einem Karteikasten aus Holz, schön groß und mir sehr vertraut. Er ist ein alter Kumpan, in dessen Begleitung meine Eltern durchs Studium gegangen sind. Ich habe ihn mir in der Vorbereitung aufs Abi dann geschnappt und gebe ihn wenn überhaupt nur an die Nachwuchsgärtnerinnen weiter.

In ihm horte ich nun Saatgut, sortiert nach dem Monat seiner Aussaat.

10. Drinnen letzte Dinge regeln

Im Haus und in der Wohnung gibt es immer irgendwas Unerledigtes. Zack! Bald hast Du dafür keine Zeit mehr.

 

11. Nichts tun

Das mag auf den ersten Blick nicht wie Arbeit aussehen, kann aber viel, viel Arbeit ersparen. Gute Gedanken, die dem Kommenden Struktur geben, mögen geschäftiges Treiben, Hast und Eile nicht so besonders gern.

Also setze ich mich ab und an hin und sehe aus, als wäre nichts los. Und dann ist es in mir so schön ruhig und froh, wie Du Dir’s gar nicht vorstellen kannst.

 

Viele Grüße aus dem Garten

Maria

4 Kommentare Gib deinen ab

  1. Anne sagt:

    Hallo Maria,

    jaaah, endlich geht es draußen los!

    Bei uns ist letztes Wochenende der Startschuss gefallen… hauptsächlich bin ich jetzt erstmal mit dem Anlegen der neuen zusätzlichen Gemüsebeete beschäftigt. In den nächsten Tagen soll es nochmal frostig kalt werden, darum habe ich bis auf die Hortensien noch nichts geschnitten. Übernächstes Wochenende kann dann vielleicht schon das erste Säen und Zwiebelstecken losgehen… schaun mer mal, was der Wetterbericht da so sagt.

    Sympathisch, dass du beim Kompostausbringen auch mit deinen Pflanzen sprichst… mach ich auch, zumindest im Stillen. 🙂

    Warum entfernst du den alten Rindenmulch denn? Ich lasse den einfach auf den Beeten verrotten.

    Liebe Grüße und viel Spaß weiterhin im Garten!
    Anne

  2. Hallo Maria, einige der Arbeiten habe ich auch gerade erledigt, das sonnige Wetter hat zu sehr gelockt – z.B. die Terrasse gekehrt, die Gartenmöbel aufgestellt (und direkt regensicher abgedeckt ;-)). Ans Schneiden von Hortensien usw. traue ich mich noch nicht heran, da es am Wochenende ja noch einmal RICHTIG Frost geben soll. Also warte ich damit bis Ende März… Im Großen und Ganzen bin ich jetzt auch startbereit – fehlt nur noch das passende Frühlingswetter ;-). LG und viel Spaß im Garten, Birthe 🙂

  3. Detlef sagt:

    Super tolle Tipps für den guten Start in eine schöne Gartensaison! Besonders der 11. Tipp gefällt mir und erinnert mich daran, mir auch einmal wieder Zeit für mich selbst zu gönnen und die Stille und Schönheit der Natur zu jeder Jahreszeit zu genießen.

  4. Und alle Sitzplätze mit warmen Kissen schon mal probesitzen 🙂

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