KulTour im Zeichen des Bieres

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Wir haben uns am Samstag zwei Brauereien angesehen: Die familiengeführte Privatbrauerei Chodovar in Chodová Plána und den börsennotierten Weltkonzern Pilsner Urquell in… Pilsen :  )

Gebäude und Technik, Geschichte und Geschmack, Vermarktung und Vertrieb konnten wir direkt vergleichen. Im Prinzip ist alles gleich – nur die Dimensionen sind höchst unterschiedlich.

Die Brauerei Chodovár, 1573 erstmals erwähnt, hat den Charme einer vergangenen Epoche und wirkt wie aus der Zeit gefallen: Mosaike aus Glassteinen, vieles im goldenen Schnitt schön gebaut und eingerichtet, ganz klassisch viel Chrom und ab und an das Maskottchen der Brauerei: „Albi“ soll die Wasserquelle von Chodovár gefunden haben.

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Die Brauerei wurde auf dem Gelände einer bedeutunglos gewordenen und abgetragenen Burg errichtet, brannte ab und wurde im 19ten Jahrhundert neu wiederaufgebaut. In den ehemaligen Kellern der Burg, geschlagen in den Granit eines Felsen, lagerte lange Zeit das frische Bier. Seit dafür moderne Kühltanks zum Einsatz kommen, sind die Keller frei und werden neu genutzt: Im Restaurant „Ve Skále“ haben wir „mitten im Felsen“ sehr gut böhmisch gespeist. 

Auf dem Gelände fand auch eine Übung der Feuerwehren aus den umliegenden Gemeinden statt, mit Programm für die Kinder. Ansonsten gibt es hier auch Kuriositäten wie die „Weltmeisterschaft im Bierfassrollen“. Vielleicht fahren wir da auch mal hin.

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Nur eine knappe Autostunde von Chodovar entfernt residiert die Pilsner Brauerei „Plzensky prazdroj“, die mehr als 50 Länder der Welt mit unter anderem Pilsner Urquell versorgt. Seit die Pils-Rezeptur des Bayern Josef Groll hier 1842 zum ersten Mal ausgeschenkt wurde, ist das „flüssige Gold“ zu dem Standard geworden, an dem sich alle anderen messen lassen müssen.

Hier ist zu sehen, dass der damalige Kaiser „Franz Josef“ erst als Franz absegnen wollte, sich dann aber für das tschechische „František“ entschied.

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Hier ein paar Eindrücke aus der Brauerei – erst aus den historischen Kellern, die mittlerweile nur für Führungen genutzt werden…

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und nun aus dem modernen Teil der Produktion. In der Abfüllanlage arbeiten derzeit 26 Personen im Drei-Schicht-Betrieb an sieben Tagen in der Woche. Die Flaschen laufen auf Bändern, die unterschiedlich schnelle Bahnen aufgeteilt sind. Dadurch werden die Flaschen mal breit gestaut und mal in lange Reihen gestreckt, jenachdem was fürs Prüfen auf Beschädigungen, Waschen, Trocknen, Befüllen, Etikettieren und Verpacken notwendig ist.

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„Kde se pivo vaří, tam se dobře daří“ bedeutet frei übersetzt: „Wo man braut, da lass‘ Dich nieder“, konkret: „Wo man Bier braut, da lässt es sich aushalten.“ Das können meine Gruppe und ich bestätigen – nicht nur wegen des Getränks, sondern auch wegen des Fachwissens, das in beiden Brauereien hoch geschätzt und anschaulich erklärt wird.

Pozdravy ze zahrady und Grüße aus dem Garten,

Maria

 

 

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